Am Bahnhof verteilt eine junge Dame Broschüren gegen Drogenmissbrauch. Das Material der Initiative «Sag NEIN zu Drogen – Sag JA zum Leben» wirkt auf den ersten Blick seriös. Die Notwendigkeit der Drogenprävention ist unbestritten. Die Argumentation scheint schlüssig und man findet zu jeder Droge eine eigene Broschüre, beispielsweise unter dem Link: https://de.drugfreeworld.org/drugfacts-booklets.html.
Doch gerade diese Detailfülle wirft Fragen auf: Warum gibt es zu jeder einzelnen Droge eine eigene Broschüre? Und sind die Inhalte wirklich wissenschaftlich fundiert?
🔬 Fragwürdige Inhalte und fehlende Transparenz
Ein Gespräch mit einem Arzt bringt erste Zweifel: Er bezeichnet die Inhalte als oberflächlich, angstmachend und wenig fundiert. Eine weitere Recherche im Internet bestätigt diese Bedenken.
Die Spur führt direkt zur Scientology-Organisation und ihrer Frontorganisation, der Foundation for a Drug-Free World (Stiftung Drogenfreie Welt). Scientology finanziert die Kampagne und ihre Mitglieder stecken aktiv dahinter. Ziel ist es, unter dem Deckmantel der Drogenprävention Öffentlichkeit zu gewinnen, Scheinwahrheiten zu verbreiten und so Menschen an die Organisation heranzuführen. Die Inhalte der Broschüren wurden von Experten als „pseudowissenschaftlich“ und „dem heutigen Kenntnisstand widersprechend“ kritisiert, da sie stark auf Schockeffekte und Abschreckung setzen, was in der modernen Suchtprävention als unwirksam gilt.
🏛️ Der verdeckte Kampf gegen die Medizin
Das Anliegen, gegen Drogenmissbrauch zu kämpfen, mag grundsätzlich in Ordnung erscheinen. Allerdings ist die wissenschaftlich fundierte Drogenprävention die Aufgabe von staatlichen Institutionen und medizinischen Fachkräften.
Wer die ideologischen Hintergründe von Scientology genauer betrachtet, erkennt schnell ein weiteres, gefährliches Ziel:
- Ablehnung von Medikamenten: Scientology lehnt jede medizinische Anwendung von Drogen strikt ab, was sich auch in den Broschüren widerspiegelt. Dies kann Patientinnen und Patienten dazu verleiten, lebenswichtige Medikamente, wie Psychopharmaka, abzusetzen.
- Kampf gegen die Psychiatrie: Über die verwandte Organisation CCHR (Citizens Commission on Human Rights) bringt Scientology die Psychiatrie und Psychotherapie regelmäßig in Verruf. Sie schüren falsche Hoffnung, propagieren den Verzicht auf Medikamente und bieten als einzige «Weiterhilfe» den Kontakt zu Scientology-eigenen Programmen wie Narconon an.
Wichtig: Das Propagieren des Verzichts auf ärztlich verordnete Medikamente kann insbesondere bei psychischen Erkrankungen zu schweren Krisen und in Einzelfällen zu Suiziden führen. Sucht- und Sektenfachstellen warnen daher eindringlich vor den Aktivitäten dieser Organisationen.
💡 Aufklärung statt Verbote
Der Umgang mit falschen Informationen ist komplex. Verbote sind in einer freien Gesellschaft selten der Königsweg, zumal irreführende Informationen heutzutage alltäglich sind. Aufklärungsarbeit ist deshalb essenziell.
Für Plattformen wie Arzneireisen ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung:
- Sorgfältige Recherche: Es muss stets sichergestellt werden, dass die vermittelten Informationen wissenschaftlich fundiert und neutral sind.
- Transparenz: Die Rolle der Pharmaindustrie, aber auch der verdeckten Akteure wie Scientology, muss klar benannt werden.
- Förderung echter Alternativen: Statt Drogen zu erwerben (was durch synthetische Drogen leider immer einfacher wird), braucht es alternative, gesundheitsfördernde Strategien.

