Scheinprävention: Scientology und die Drogenbroschüren

Am Bahnhof verteilt eine junge Dame Broschüren gegen Drogenmissbrauch. Das Material der Initiative «Sag NEIN zu Drogen – Sag JA zum Leben» wirkt auf den ersten Blick seriös. Die Notwendigkeit der Drogenprävention ist unbestritten. Die Argumentation scheint schlüssig und man findet zu jeder Droge eine eigene Broschüre, beispielsweise unter dem Link: https://de.drugfreeworld.org/drugfacts-booklets.html.

Doch gerade diese Detailfülle wirft Fragen auf: Warum gibt es zu jeder einzelnen Droge eine eigene Broschüre? Und sind die Inhalte wirklich wissenschaftlich fundiert?

🔬 Fragwürdige Inhalte und fehlende Transparenz

Ein Gespräch mit einem Arzt bringt erste Zweifel: Er bezeichnet die Inhalte als oberflächlich, angstmachend und wenig fundiert. Eine weitere Recherche im Internet bestätigt diese Bedenken.

Die Spur führt direkt zur Scientology-Organisation und ihrer Frontorganisation, der Foundation for a Drug-Free World (Stiftung Drogenfreie Welt). Scientology finanziert die Kampagne und ihre Mitglieder stecken aktiv dahinter. Ziel ist es, unter dem Deckmantel der Drogenprävention Öffentlichkeit zu gewinnen, Scheinwahrheiten zu verbreiten und so Menschen an die Organisation heranzuführen. Die Inhalte der Broschüren wurden von Experten als „pseudowissenschaftlich“ und „dem heutigen Kenntnisstand widersprechend“ kritisiert, da sie stark auf Schockeffekte und Abschreckung setzen, was in der modernen Suchtprävention als unwirksam gilt.

🏛️ Der verdeckte Kampf gegen die Medizin

Das Anliegen, gegen Drogenmissbrauch zu kämpfen, mag grundsätzlich in Ordnung erscheinen. Allerdings ist die wissenschaftlich fundierte Drogenprävention die Aufgabe von staatlichen Institutionen und medizinischen Fachkräften.

Wer die ideologischen Hintergründe von Scientology genauer betrachtet, erkennt schnell ein weiteres, gefährliches Ziel:

  • Ablehnung von Medikamenten: Scientology lehnt jede medizinische Anwendung von Drogen strikt ab, was sich auch in den Broschüren widerspiegelt. Dies kann Patientinnen und Patienten dazu verleiten, lebenswichtige Medikamente, wie Psychopharmaka, abzusetzen.
  • Kampf gegen die Psychiatrie: Über die verwandte Organisation CCHR (Citizens Commission on Human Rights) bringt Scientology die Psychiatrie und Psychotherapie regelmäßig in Verruf. Sie schüren falsche Hoffnung, propagieren den Verzicht auf Medikamente und bieten als einzige «Weiterhilfe» den Kontakt zu Scientology-eigenen Programmen wie Narconon an.

Wichtig: Das Propagieren des Verzichts auf ärztlich verordnete Medikamente kann insbesondere bei psychischen Erkrankungen zu schweren Krisen und in Einzelfällen zu Suiziden führen. Sucht- und Sektenfachstellen warnen daher eindringlich vor den Aktivitäten dieser Organisationen.

💡 Aufklärung statt Verbote

Der Umgang mit falschen Informationen ist komplex. Verbote sind in einer freien Gesellschaft selten der Königsweg, zumal irreführende Informationen heutzutage alltäglich sind. Aufklärungsarbeit ist deshalb essenziell.

Für Plattformen wie Arzneireisen ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung:

  1. Sorgfältige Recherche: Es muss stets sichergestellt werden, dass die vermittelten Informationen wissenschaftlich fundiert und neutral sind.
  2. Transparenz: Die Rolle der Pharmaindustrie, aber auch der verdeckten Akteure wie Scientology, muss klar benannt werden.
  3. Förderung echter Alternativen: Statt Drogen zu erwerben (was durch synthetische Drogen leider immer einfacher wird), braucht es alternative, gesundheitsfördernde Strategien.

Letztlich geht es darum, den Menschen echte Wege aus der Abhängigkeit und hin zu einem erfüllten Leben zu zeigen. Zuhören, die Begegnung mit anderen und Reisen – sei es zur Entspannung oder zur Horizonterweiterung – können wertvolle Therapieformen sein. Auf Vitalreisen empfehlen wir deshalb: Wellness, Yoga, Detox oder Sport – kurz gesagt, gesunde und stärkende Aktivitäten, die einen positiven «Kick» geben.

Frauensache: Präzise Pharmakotherapie für ein langes Leben

Die medizinische Forschung hat über Jahrhunderte den männlichen Körper als Standardmodell betrachtet. Dies hat weitreichende Konsequenzen für Frauen, denn von der Dosierung gängiger Schmerzmittel bis hin zur Therapie komplexer chronischer Erkrankungen bestehen biologische Unterschiede, die oft ignoriert werden. Die Folge: Medikamente wirken bei Frauen anders, zeigen andere Nebenwirkungen und können im schlimmsten Fall unzureichend oder sogar gefährlich sein. Ein bewusster, frauenspezifischer Umgang mit Arzneimitteln ist daher nicht nur ein Gebot der Gleichberechtigung, sondern eine essentielle Voraussetzung für effektive Prävention und Genesung.


🍃Spezifische Herausforderungen und die Rolle der Gendermedizin

Die sogenannte Pharmakokinetik – was der Körper mit einem Medikament macht – unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern grundlegend. Frauen verfügen im Durchschnitt über einen höheren Körperfettanteil, einer geringeren Leberfunktion zur Verstoffwechselung (Metabolisierung) und einen variierenden Hormonspiegel, der die Wirkung von Arzneien massiv beeinflusst. Gerade die Gendermedizin zeigt, dass Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen bei Frauen nicht nur häufiger auftreten, sondern sich auch atypisch manifestieren. Beispielsweise sind bei Frauen mit Herzinfarkt seltener die klassischen Brustschmerzen, dafür häufiger Übelkeit und Kurzatmigkeit zu beobachten. Diese Erkenntnisse machen eine individuell angepasste Medikation unumgänglich.

🧠 Herz, Schmerz und Psyche: Die wichtigsten Unterschiede

Bei der Behandlung von Schmerzen werden Frauen oft niedrigere Dosen an Opioiden verabreicht, wobei sie Schmerzen anders wahrnehmen, oder sie erhalten, wie im folgenden Artikel dargelegt, stattdessen psychische Beruhigungsmittel. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die weibliche Hormonachse (insbesondere Östrogen) die Wirkung von Schmerzmitteln verändern kann. Auch im Bereich der Psychopharmaka und Antidepressiva ist Vorsicht geboten: Frauen metabolisieren diese langsamer, was schnell zu einer Überdosierung führen kann. Eine sorgfältige Titration (langsames Einschleichen) der Dosis ist hier oft ratsam.

✈️Pharma-Vorsorge für reisende Frauen

Auf Fernreisen oder Langstreckenflügen treten jene typischen Frauenprobleme häufiger auf, die eine gezielte Medikation erfordern.

  • Harnwegsinfekte (HWI): Frauen sind aufgrund anatomischer Gegebenheiten anfälliger. Spezifische pflanzliche Präparate mit D-Mannose oder Cranberry-Extrakt können präventiv eingesetzt werden, besonders bei längerer sitzender Tätigkeit oder Dehydratation. Eine Notfallmedikation (Antibiotika) sollte nach ärztlicher Rücksprache für das Reiseland mitgeführt werden.
  • Thromboserisiko: Das Risiko für Venenthrombosen ist bei Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, auf Flügen erhöht. Neben Kompressionsstrümpfen sollte die Medikation mit dem Arzt/der Ärztin besprochen werden, um eventuelle Risikofaktoren zu minimieren.

🌡️ Spezifische Phasen: Wechseljahre und mehr

Die Wechseljahre (Menopause) stellen einen tiefgreifenden Umbruch dar, der medikamentös begleitet werden kann. Sinkendes Östrogen führt nicht nur zu Hitzewallungen und Schlafstörungen, sondern beschleunigt auch den Knochenabbau (Osteoporose) und verändert den Fettstoffwechsel, was das kardiovaskuläre Risiko erhöht. Hier wird die Hormonersatztherapie (HET) diskutiert, die individuell angepasst werden muss. Alternativ können pflanzliche Mittel (z. B. Cimicifuga/Traubensilberkerze) Symptome lindern. Jedoch sollten Frauen stets ärztlichen Rat einholen, um die bestmögliche Behandlung, etwa auch im Hinblick auf ihre Knochengesundheit, zu gewährleisten.

🛡️ Die Forderung an die Medikation

Frauen müssen heute proaktiver mit ihrer Medikation umgehen.
Das bedeutet:

  1. Dosisanpassung einfordern: Bei der Verschreibung neuer Medikamente sollte immer die Frage nach geschlechtsspezifischen Dosierungsempfehlungen gestellt werden.
  2. Nebenwirkungen protokollieren: Ungewöhnliche Reaktionen oder Nebenwirkungen müssen dem Arzt klar kommuniziert werden, da sie bei Frauen häufig anders ausfallen als in den Studien beschrieben (die oft primär an Männern durchgeführt wurden).

Diese kritische Haltung und der Einbezug der Gendermedizin sind der beste Schutz, um falsche Behandlungen zu vermeiden und die volle Wirksamkeit von Arzneimitteln zu gewährleisten.


🧭 Vom präzisen Medikament zur präventiven Selbstfürsorge

Der folgende Artikelteil beleuchtet, wie die einzigartigen Bedürfnisse des Frauenkörpers nicht nur eine präzisere Medikation, sondern auch eine individuell zugeschnittene Prävention in den Bereichen Ernährung, Reisen und Stressmanagement erfordern. Die Erkenntnis, dass Frauen in der medizinischen Forschung lange Zeit marginalisiert wurden, dient als Sprungbrett, um nun die eigene Selbstfürsorge bewusst in die Hand zu nehmen.

🍃Frauen brauchen andere Selbstfürsorge wie Männer

Obwohl das Thema Gendermedizin zunehmend Beachtung findet, basiert die Forschung und die allgemeine Gesundheitsempfehlung noch immer oft auf dem männlichen Standard. Frauen durchleben jedoch einzigartige biologische Phasen, die von der Menstruation über Schwangerschaft und Stillzeit bis hin zu den Wechseljahren verlaufen. Diese stellen spezifische Anforderungen an den Körper und machen eine maßgeschneiderte Selbstfürsorge unabdingbar. Es reicht nicht, die Tipps für Männer einfach zu halbieren oder zu adaptieren; Frauen benötigen eine fundierte und auf ihre Physiologie zugeschnittene Prävention und Gesunderhaltung.


🍎Die Kraft der präventiven Ernährung

Die Basis für ein vitales Leben liegt in der Ernährung, doch die Nährstoffbedürfnisse von Frauen variieren stark. Beispielsweise ist die ausreichende Zufuhr von Eisen während der reproduktiven Jahre aufgrund des Blutverlusts während der Periode kritisch. Hier können dunkelgrünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte präventiv wirken. Diese werden zur besseren Aufnahme idealerweise mit Vitamin C-reichen Lebensmitteln kombiniert. Darüber hinaus spielt Calcium in Kombination mit Vitamin D eine entscheidende Rolle für die Knochendichte, da Frauen nach den Wechseljahren aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels anfälliger für Osteoporose sind.

Der gezielte Verzehr von Milchprodukten, angereicherten Lebensmitteln und Fisch oder anstelle von Fisch spezifische Nahrungsergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren (auch vegan aus Grünalgen) und anstelle von Milchprodukten zur Kompensation von Calzium kalziumreiches Mineralwasser oder angereicherte pflanzliche Alternativen, Soja-, Mandel-, Hafermilch sind hier essenziell; diesbezüglich kann auch ein weiter Teil kompensiert werden durch Gemüse; Grünkohl, Brokkoli, Pak Choi, Rucola sowie Nüsse und Samen Mandeln, Haselnüsse, Chiasamen, Leinsamen, Sesam sowie Hülsenfrüchte Kichererbsen, Tofu sowie bestimmte Kräuter wie Gartenkresse. Überdies ist für die weibliche Gesundheit eine moderate Sonnenexposition unerlässlich, (normalerweise).

🥊Wohlbefinden auf Reisen, im Flug und Ihre Selbstverteidigung

Lange Fernreisen, insbesondere Flüge, stellen den weiblichen Körper vor besondere Herausforderungen. Frauen neigen aufgrund hormoneller Faktoren und oft einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Dehydrierung schneller zu Kreislaufproblemen oder Harnwegsinfekten. Wichtig ist hier die Hydratation durch Wasser statt Kaffee oder Alkohol und das Tragen von Kompressionsstrümpfen, um das Risiko von Thrombosen zu minimieren, das durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel zusätzlich erhöht sein kann. Eine gezielte Vorbereitung auf Fernreisen kann zudem durch Selbstverteidigungskurse ergänzt werden. Diese Kurse stärken nicht nur die körperliche Abwehr, sondern vor allem das Selbstvertrauen, die eigene Intuition und das bewusste Setzen von Grenzen, was ein vitales Sicherheitsgefühl unabhängig vom Reiseziel schafft.

🔄Sensibles Gleichgewicht im Zyklus

Der weibliche Zyklus ist ein monatlicher Gesundheitsindikator. Während der Periode können Krämpfe und Stimmungsschwankungen stark stören. Die Forschung empfiehlt hier oft Magnesium zur Entspannung der Muskulatur und entzündungshemmende Lebensmittel wie Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinsamen oder Walnüssen) zur Minderung der Schmerzintensität. Auch sanfte Bewegung wie Entspannungs- oder Dehnübungen fördern die Durchblutung und können die Beschwerden lindern. Die Anerkennung und Beachtung dieser zyklusbedingten Schwankungen ist ein bedeutsamer Schritt der Selbstfürsorge.

🧘Ganzheitliche Gesunderhaltung und Stressmanagement

Unabhängig von spezifischen Lebensphasen ist das Stressmanagement für die Frauengesundheit von zentraler Bedeutung. Die biologisch bedingt komplexere hormonelle Achse von Frauen reagiert sehr sensibel auf chronischen Stress, was sich negativ auf den Zyklus, die Schilddrüsenfunktion und das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann. Achtsamkeitsübungen, regelmäßige Auszeiten und die bewusste Pflege sozialer Netzwerke sind daher keine Luxusgüter, sondern fundierte präventive Gesundheitsmaßnahmen, um das Risiko stressbedingter Erkrankungen zu senken und die mentale Widerstandsfähigkeit zu stärken.

🛡️Prävention als lebenslanger Schutzschild

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die fundierte Berücksichtigung der weiblichen Physiologie in Forschung und Alltag der Schlüssel zu dauerhafter Vitalität ist. Durch gezielte Nährstoffzufuhr (Eisen, Calcium, Vitamin D), angepasste Verhaltensweisen auf Reisen (Hydratation, Kompression) und ein zyklusbewusstes Stressmanagement können Frauen ihre Gesundheit proaktiv stärken. Diese spezifische Selbstfürsorge ermöglicht es ihnen, nicht nur länger, sondern vor allem unversehrter und kraftvoller durchs Leben zu gehen.

Dabei ist anzumerken, dass der männliche Körper wiederum eigene, klar definierte Schwachstellen und Bedürfnisse aufweist, die ebenfalls einer speziellen Fürsorge bedürfen.


🚪«Unversehrt»: Warum der Schmerz von Frauen oft überhört wird

Herzlichen Glückwunsch an Eva Biringer, die für ihr tiefgründiges Buch «Unversehrt – Frauen und Schmerz» mit dem NDR Sachbuchpreis 2025 ausgezeichnet wurde! Das Buch und das dazugehörige Interview beleuchten ein kritisches und oft übersehenes Thema: die systematische Unterschätzung des weiblichen Schmerzes in Medizin und Gesellschaft.


📌Kurze Zusammenfassung des Interviews

Eva Biringer argumentiert, dass Frauen in der Medizin und Forschung nach wie vor marginalisiert werden.

  • Systematische Unterschätzung: Der zentrale Punkt ist, dass Schmerzen bei Frauen tendenziell als weniger relevant oder sogar als psychosomatisch abgetan werden; während ein Mann Schmerzmittel erhält , erhält eine Frau eher «etwas für die Nerven».
  • Historische Wurzeln: Diese Diskrepanz hat tiefe historische Wurzeln, die bis in die Antike reichen, wo die Frau als «schlechtere Ausgabe des Mannes» galt und ihr Körper als von Grund auf «versehrt» betrachtet wurde. Die Autorin dieses Artikels recherchierte zudem, dass die fundamentale Unterdrückung der Frau als Mittel zur Kontrolle der Abstammung und der Sicherung der Erbfolge ein entscheidender früher Ursprung ist.
  • Patriarchale Struktur: Wir leben in einer Gesellschaft, die auf den weißen, gesunden Cis-Mann zugeschnitten ist. Dies führt dazu, dass Krankheiten, die vorwiegend Frauen betreffen, chronisch unterfinanziert sind und Medikamente primär an männlichen Körpern getestet werden.
  • Forderung an die Medizin: Die Sachbuchautorin betont die dringende Notwendigkeit, Gendermedizin fest in die medizinische Ausbildung zu integrieren, da sich Krankheiten (wie z. B. Herzinfarkte) bei Männern und Frauen oft völlig unterschiedlich äußern.
  • Kulturelles Motiv: Schmerz ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch ein häufiges kulturelles Motiv. Weiblicher Schmerz wird in Kunst und Kultur (z. B. Darstellungen schöner, leidender Frauenleichen) omnipräsent dargestellt, was paradoxerweise im Kontrast zur mangelnden Anerkennung im Alltag steht.
  • Persönlicher Auslöser: Die eigene hartnäckige Sehnenscheidenentzündung der Sachbuchautorin und das Schicksal ihrer Großmutter, deren unklare Schmerzen als Einbildung abgetan wurden, motivierten sie zur feministischen Erkundung dieses Themas.

🍃Ihr Weg zu mehr Wissen und Anerkennung

Dieses Interview mit Eva Biringer ist ein inspirierender Appell für mehr gesellschaftliche Anerkennung und Gerechtigkeit im Umgang mit weiblicher Gesundheit.

Möchten Sie tiefer in dieses brisante und hochaktuelle Thema eintauchen und verstehen, wie wir die Schmerzanamnese und -behandlung für Frauen verbessern können, so ist der Artikel eine absolute Leseempfehlung! Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die spannenden Details und weiterführenden Gedanken der Autorin in voller Länge zu entdecken:
Dieser Link führt zu den genaueren Buchangaben und zum Original-Interview.


Autorin
S.Keller

Anmerkung & Wiederholung
Der männliche Körper weist wiederum eigene, klar definierte Schwachstellen und Bedürfnisse auf, die ebenfalls einer speziellen Fürsorge und/oder Medikation bedürfen.

Grünes Licht für sensible Medizin – übers Gendern und mehr

In vielen Bereichen des Lebens werden Unterschiede zwischen Männern und Frauen betont, aber in der Medizin wurden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern oft ignoriert. Es ist wichtig, dass wir sensibler mit diesen Unterschieden umgehen und sie berücksichtigen. Sogar in der Kosmetik gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig die Unterschiede zwischen Mann und Frau in der klinischen Routine oder in der Fachliteratur wahrgenommen werden, obwohl wir uns im Zeitalter der personalisierten Medizin befinden. Das kann wirklich weitreichende Folgen haben und die Gesundheit gefährden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Herzinfarkt. Die Symptome können bei Männern und Frauen unterschiedlich sein, und es ist wichtig, dass dies erkannt wird, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Frauen haben vor Herzinfarkten oft andere Symptome wie Engegefühl und diffuse Beschwerden, die nicht den typischen Symptomen entsprechen. Das führt dazu, dass Herzinfarkte bei Frauen oft schlechter erkannt und behandelt werden, was die Überlebenschancen erheblich beeinträchtigen kann. Es ist wirklich wichtig, dass wir uns mehr auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Medizin konzentrieren:

– In der klinischen Routine oder in der Fachliteratur werden die Unterschiede zwischen Mann und Frau kaum wahrgenommen, obwohl das Zeitalter der personalisierten Medizin begonnen hat.

– Die personalisierte Medizin ermöglicht es, Therapiekonzepte für einzelne Gene abzustimmen und hat damit weitreichende Folgen für die Gesundheit.

– Ein bekanntes Beispiel für die Unterschiede zwischen Mann und Frau ist der Herzinfarkt. Männer erleben typischerweise starke Schmerzen in der Brust, die in Arme, Beine oder Hals ausstrahlen können. Frauen hingegen berichten eher von einem Engegefühl und haben oft diffuse Symptome.

– Da die Symptome bei Frauen nicht den typischen geltenden Symptomen entsprechen, werden Herzinfarkte bei ihnen oft schlechter erkannt und behandelt. Das schmälert die Überlebenschancen nach einem Koronar-Ereignis erheblich.

Östrogene haben also einen schützenden Effekt auf das Herz bei Frauen vor den Wechseljahren. Sie regulieren nicht nur den Zyklus, sondern beeinflussen auch die Blutgerinnung und erweitern die Blutgefäße. Dadurch können sie vor Ablagerungen in den Gefäßen schützen. Aber wenn das Östrogenlevel in den Wechseljahren sinkt, lässt dieser Schutz nach und das Herzinfarktrisiko steigt auch bei Frauen.

Es ist demnach also wichtig, dass weitere Forschung betrieben wird, um diese geschlechtsspezifischen Unterschiede zu verstehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Unterschiede zu verringern. Dahinter verbergen sich oft soziale Faktoren, diese werden aber häufig leider (noch) nicht erhoben.

Relevant ist heute; Gendermedizin untersucht die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, um Fehldiagnosen und fehlende Diagnosen zu vermeiden und die Gesundheit aller zu verbessern. Es ist interessant zu sehen, wie sich Symptome und Krankheitsbilder bei Männern und Frauen unterscheiden können. Es ist wichtig, dass die medizinische Forschung diese Unterschiede berücksichtigt und Therapien für alle Geschlechter zugänglich macht.

Weibliches «Aua», männliches «Autsch»?

Studien zeigen, dass Frauen schmerzempfindlicher sind und Schmerzen weniger gut tolerieren als Männer. Es gibt verschiedene mögliche Erklärungen dafür, wie genetische, hormonelle und auch soziale Faktoren. Es ist faszinierend, wie das Geschlecht Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung haben kann. 

Es bestehen tatsächlich Unterschiede in der Sozialisierung von Jungen und Mädchen, die sich auf ihre Schmerztoleranz auswirken können. Schmerzforscher Jeffrey Mogil hat in seinen Experimenten sogar entdeckt, dass es bei Mäusen unterschiedliche Schmerzrouten gibt.

Bei männlichen Mäusen läuft der Schmerzprozess über Mikroglia, während weibliche Mäuse T-Zellen nutzen. Es ist erstaunlich, wie Testosteron den Schmerzweg beeinflussen kann. Wenn viel Testosteron vorhanden ist, läuft der Weg über Mikroglia, aber bei niedrigen Testosteronwerten wechselt die Route auf T-Zellen. Es gibt also viele interessante Aspekte, die die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können! 

Tatsächlich ist es ethisch nicht vertretbar, solche Experimente am menschlichen Körper durchzuführen. Aber wie Jeffrey Mogil betont, ist es durchaus möglich, dass es auch beim Menschen verschiedene Schmerzrouten gibt, die mit hormonellen Levels verbunden sind. Es sei faszinierend zu bedenken, wie komplex unser Schmerzempfinden ist.

Es finden sich zwar nicht viele Studien zu Menschen vor, die nicht in das binäre Geschlechtssystem fallen, aber Hinweise aus kleinen Studien an Transgender-Personen bestehen. Bei einer Hormonbehandlung von weiblich zu männlich wurde beobachtet, dass sich die Schmerzen verringerten.

So ist es aufschlussreich, zu sehen, wie sich Schmerzreaktionen im Laufe des Lebens verändern können, vor allem in Verbindung mit Hormonspiegeln. In Zukunft könnten unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten und Schmerzmittel entwickelt werden, die die individuellen Unterschiede und Hormonlevel berücksichtigen. Jeffrey Mogil ist davon überzeugt.

Wenig Daten von Frauen

Die Tatsache, dass der männliche Körper als Prototyp in der Medizin gilt, hat sowohl gesellschaftlich-historische als auch medizinische Gründe. Ärzte waren überwiegend männlich, daher lag ihr Fokus auf der Erforschung des eigenen Geschlechts. Frauen wurden jahrhundertelang als «anders» betrachtet, und Phänomene, die im weiblichen Körper existierten, wurden mit merkwürdigen Theorien erklärt.

Es ist verblüffend, wie sich diese Vorstellungen im Laufe der Zeit entwickelt haben. Frauenkörper galten als kompliziert und unberechenbar aufgrund der Veränderungen der Hormonlevel während des Zyklus. Das führte dazu, dass Grundlagenforschung und klinische Studien für neue Medikamente oft nur an männlichen Organismen durchgeführt wurden, da es einfacher war, die Auswirkungen zu messen. Es ist wirklich paradox, wie sich die Wahrnehmung des weiblichen Körpers in der Medizin im Laufe der Zeit verändert hat.

1. «Das hat gesellschaftlich-historische und medizinische Gründe.»

2. «Frauen galten jahrhundertelang als ‚anders‘.»

3. «Phänomene, die im männlichen Körper nicht existierten, wurden mit merkwürdigen Theorien erklärt.»

4. «Im alten Griechenland glaubte man beispielsweise, dass der Uterus im Körper umherwandert.»

5. «Frauenkörper gelten als kompliziert und unberechenbar, da sich die Hormonlevel während des Zyklus verändern.»

6. «Grundlagenforschung und klinische Studien für neue Medikamente wurden oft nur an männlichen Organismen getestet, da es so leichter messbar ist, was passiert.»

7. «Obwohl man jahrhundertelang Frauen als ‚anders‘ dargestellt hat, ging man in der Medizin irgendwann davon aus, dass ein Körper einfach ein Körper ist, unabhängig vom Geschlecht.»

Die Pharmaindustrie hat früher oft Frauen im gebärfähigen Alter von klinischen Studien ausgeschlossen, aus Angst vor möglichen Risiken für ungeborene Kinder. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Contergan-Skandal in den 1960er-Jahren. Dabei wurden weltweit etwa 12.000 Kinder durch das Medikament geschädigt. 

Hinsichtlich der Begriffe «Sex» und «Gender»

Das biologische Geschlecht bezieht sich auf die körperlichen Merkmale wie Chromosomen, Hormone und Genitalien, die Männer und Frauen unterscheiden. Das soziale Geschlecht, auch «Gender» genannt, bezieht sich auf die unterschiedliche soziale Stellung von Frauen und Männern in einer Gesellschaft.

Dieses soziale Geschlecht umfasst Bereiche wie Arbeit, Familie, Bildung und Freizeit. Es ist wichtig zu beachten, dass das soziale Geschlecht nicht unbedingt mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmen muss. Geschlechtsspezifische Unterschiede spielen eine zentrale Rolle in gesundheitliche Fragen, da beispielsweise der Erwerbsstatus Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben kann.

Männer, die nicht erwerbstätig sind, berichten genauso häufig über gesundheitliche Probleme wie nicht erwerbstätige Frauen. Es scheint, dass Arbeitslosigkeit sich stärker auf die Gesundheit von Männern auswirkt.

Ein anderes Beispiel zeigt, dass Frauen häufiger ärztliche Hilfe suchen, was mit der sozialen Geschlechterrolle zusammenhängen kann, in der Frauen traditionell als verletzlicher angesehen werden, und die Fürsorge im Mittelpunkt steht. Insgesamt haben sowohl das biologische als auch das soziale Geschlecht Auswirkungen auf Prävention, Diagnostik, Verlauf und Therapie von Krankheiten.

Heute verlangt die Heilmittelbehörde Swissmedic explizit, dass beide Geschlechter in Studien vertreten sein müssen, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten zu testen. Ebenso machen sich Bemühungen bemerkbar, geschlechtsspezifische Medizin in die medizinische Ausbildung zu integrieren.

Überdies gibt es politische Vorstöße zur Gendermedizin. Trotzdem zeichnet sich ein beachtlicher <<Gender Data Gap>> ab, <,da vor allem viele Daten zum weiblichen Organismus fehlen, und man dadurch teilweise noch nicht einmal Aussagen über die Unterschiede treffen kann,>, sagt Scheidmantel.

Beispielsweise fehlt es an Wissen, was die Kinetik (Mechanik/Bewegung) der Medikamente anbelangt. Der Abbau ist bei Frauen deutlich anders aufgrund von anderen Wasser-, Muskel- und Fettanteilen. Unerwünschte

Nebenwirkungen von Medikamenten treten deshalb bei Frauen doppelt so häufig auf wie bei Männern, und manchmal würden Frauen auch davon profitieren, wenn die Dosis von Medikamenten kleiner wäre.

Bekunde eine Patientin (oder ein Patient!) Mühe mit einer Medikation aufgrund von Nebenwirkungen, dann solle man als Fachperson die Anpassung der Dosis aufgrund von Geschlechtsunterschieden im Bewusstsein haben, begründet die Professorin für geschlechtersensible Präventionsforschung Gertraud Stadler.

Auch Sarah Scheidmantel plädiert dafür, dass man in Drogerien und Apotheken bei der Beratung Symptome und Beschreibungen der Kundschaft ernst nimmt, genau nachfragt und zuhört. <<Sensibilisierung und Individualisierung sind zentral, denn auch in der Gendermedizin versucht man zunehmend, individual-therapeutische Konzepte einzubauen. Stereotype und Vorurteile sind dabei nur Hindernisse. >>

Kosmetik als Anregung zur Konsumation

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Kosmetik. Früher hatten sowohl Männer als auch Frauen Make-up verwendet. Denken Sie nur schon an die geschminkten Augen der alten Ägypter und an Ludwig XIV., den Sonnenkönig, der sich geschminkt und gepudert hatte.

Vor etwa 150 Jahren begann jedoch die Hygienebewegung, die weibliche und männliche Schönheitsstandards veränderte. Kosmetika wurden dann mehr mit der weiblichen Sphäre in Verbindung gebracht. Heutzutage überbordet das Angebot an Kosmetika für Frauen, was auch damit zusammenhängt, dass der Konsum und der öffentliche Raum früher sehr männlich geprägt waren.

Die Kosmetikindustrie konnte die Lücke füllen, indem sie Produkte entwickelte, die die aufkommende Sichtbarkeit von bürgerlichen Frauen in der Öffentlichkeit widerspiegelten. Frauen wie Elise Bock und Helena Rubinstein erkannten dies und gründeten ihre eigenen Kosmetikunternehmen.

Die Geschlechterrollen und die Vorstellung, dass Frauen schön und attraktiv sein müssen, sind tief in unserer Gesellschaft verankert. Kapitalistische Strukturen begünstigen diese Entwicklung weiter, da Unternehmen durch die Trennung von männlichen und weiblichen Produkten mehr Profit erzielen können.

Es ist absurd, dass Kosmetikprodukte für Frauen oft teurer sind, aber gleichzeitig über eine schlechtere Qualität verfügen. Unzählige Frauen haben es so verinnerlicht, dass es spezielle Produkte für sie gibt, und sie deshalb keinen Männerrasierer nutzen. Aber wussten Sie schon, dass der erste Frauen-Rasierer, der «Milady Decolette», bereits 1915 auf den Markt gebracht wurde?

Es besteht auch ein gesellschaftlicher Druck, indem etliche Personen des Umfelds vieler Frauen komisch reagieren, falls diese ein Produkt benutzen, das eigentlich nicht für das eigene Geschlecht gedacht ist. Aber das ist doch fragwürdig und sehr komisch, oder?  Und insbesondere ist das problematisch, besonders für diejenigen, die nicht in diese binären Strukturen hineinpassen. Wir sollten diese Vorurteile und Stereotypen wirklich hinterfragen und uns für Gleichberechtigung einsetzen!

Genderneutrale Kosmetik

Jene zahllosen Kosmetikprodukte für Frauen, welche oft teurer sind als Männerkosmetik, aber gleichzeitig eine schlechtere Qualität besitzen, nennt man übrigens «Pink Tax» oder «Gender Pricing».

In den letzten Jahren ist ein neuer Trend auf dem Kosmetikmarkt aufgetaucht: geschlechtsneutrale Produkte. Die Diskussion darüber, was eigentlich Männer und Frauen ausmacht, wird gerade neu geführt. Ein wachsendes Bewusstsein zeichnet sich ab, dass es auch Trans-, nicht binäre und genderfluide Menschen gibt.

Die Kosmetikindustrie passt sich dieser Diskussion an und entdeckt einen neuen Markt mit Unisex-Produkten. Die Idee von Unisex-Produkten ist jedoch nicht neu. Bereits 1994 hat Calvin Klein das Parfum «CK One» als erstes unisex Parfum vermarktet. Allerdings wird besonders die Diskussion hinsichtlich Parfums immer absurder, nämlich darüber, was männlich und was weiblich riecht.

S. Keller: «Aber gut, ändert sich bezüglich «männliche und weibliche Medizin und Kosmetik» sowie allgemein hinsichtlich des Verständnisses über die verschiedenen Geschlechter doch allmählich einiges zum Positiven!»

Quelle, Zeitschrift für Drogisten «Wirkstoff»/7-8/2023

Autorin, S. Keller

Kräuter für die Küche und zur Teemischung

Kräuter sind sehr oft Heilpflanzen und eine unendliche Geschichte. Denn es gibt so viele Kräuter, die als Arznei dienen. Als Reiseidee für Arzneireisen forcieren wir Kräuterwanderungen, wir wollen in Hergiswil bei Willisau, eine solche Wanderung unternehmen. Ein ideales Angebot für viele Naturschutzgebiete.

Hier berichten wir über verschiedene Kräuter und Heilpflanzen, auf die wir aufmerksam gemacht werden. Diese können Sie alle in der Natur entdecken.

Die Schlüsselblume, Heilpflanze für den Alltag

Blüte Schlüsselblume oder Petrusblume

Die Schlüsselblume liebt sonnige Wiesen und lichtes Gehölz. Leicht ist sie an ihren glockenförmigen Blüten zu erkennen. Auf dem Stängel befindet sich der goldige Blütenstand mit bis zu zwanzig Blüten. Die Form erinnert an einen Schlüsselbund.

Die Schlüsselblume wird auch als Petrusschüssel bezeichnet und enthält Saponine, ätherische Öle, Vitamin C, Glukoside und Flavonoide. Diese Wirkstoffe verleihen der Schlüsselblume die Talente einer wahren Allrounderin, welche Teemischungen als stimmige Ergänzung dient. Sie verfügt insbesondere über eine lindernde und schleimlösende Wirkung.

Wandern Sie, können Sie sich ein paar Blüten einer Schlüsselblume pflücken und Ihrem Tee beimischen. Oder Sie lassen sich in einer Drogerie einen Tee mit Schlüsselblumen als Naturarznei mischen.

Die Schlüsselblume gilt gar als ein bewährtes Heilmittel der keltischen Druiden. Sie sammelten die Pflanze vor Neumond und brauten mit einigen Kräutern zusammen ein Frühlingsgetränk. Besonders heilende und berauschende Eigenschaften wurden diesem zugeschrieben. Ein äusserst breites Spektrum an Heilwirkungen steht in antiken Heilbüchern geschrieben: Gicht und Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen, Nervosität, zur Herzstärkung, gegen Kopfschmerzen und mehr.
Sogar Sebastian A. Kneipp schätzte das feine Gewächs: „Wer Anlagen zur Gliedersucht hat oder an diesen Gebrechen leidet, trinke längere Zeit hindurch Schlüsselblumentee. Die Schmerzen werden sich lösen und allmählich verschwinden.“

Es existiert auch eine schöne Legende dazu, wie die Schlüsselblume zu ihrem Namen gekommen war.
Dem heiligen Petrus, Wächter der Himmelspforte kam zu Ohren, Dämonen hätten sich einen Nachschlüssel zur Hintertür des Himmelreiches angefertigt. Aus riesigem Schreck heraus ließ Petrus seinen Schlüsselbund fallen, worauf dieser Richtung Erde hinabstürzte. Er schickte sofort einen Egel, um die Schlüssel auffangen zu lassen. Aber der Bund hatte bereits den Boden berührt. An sämtlichen Einschlagsstellen wuchs daraufhin eine Schlüsselblume, die seit jenem Tag auch Petrusschlüssel genannt wurde.

Wenn Sie mögen:
Erfreuen Sie sich auf Spaziergängen an der Schlüsselblume, und schätzen Sie die Heilkräfte der hübschen Pflanze. Lassen Sie dabei auch ab und an ihre Blüten auf Sie einwirken, ohne sie zu pflücken; auch dies kann wunderbare Kräfte in Ihnen auslösen.

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Artemisia Annua – einjähriger Beifuss – auf Reisen auch gegen Malaria

Pflanzenporträt

Gattung: Artemisia

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Wirkstoff: Artemisinin

Artemisia annua (lat: annus das Jahr) ist ein einjähriges Pflanzenkraut. Artemisia annua hat einerseits einen rispigen und nickenden Gesamt- Blütenstand sowie gelbgrüne und Körbchen-förmige Teilblütenstände, welche wenige gelbe Röhrenblüten enthalten. Die Laubblätter sind fliederspaltig und der Stängel völlig kahl. Ihr Geruch ist geprägt durch einen sehr aromatischen frischen Anteil.

Zubereitungsformen: Tinktur, pulverisierte Arzneidroge, Fertigarzneimittel

Herkunft: China, Indien, Irak, Rumänien, Bulgarien,

Albanien, Deutschland

Erntezeit: Ab Mitte August

Wirkstoffgruppe: Artemisinin

Wirkungsmechanismus: Noch nicht vollständig geklärt

Wirkung: In verschieden wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sie eine antiparasitäre, antimikrobielle, antivirale, lipidsenkende, antidiabetische, antikonvulsive, antioxidative, entzündungshemmende, immunmodulierende und antitumorale Wirkeigenschaft.

Fertigarzneimittel aus Artemisia annua haben grossen Erfolg bei der Behandlung von Malaria gezeigt. Die Verwendung als Tee ist nicht empfohlen, da der Wirkstoffgehalt zu gering ist.

Anwendung

→ Malaria

→ Fieber

→ Infektionskrankheiten (starke antivirale Wirkung)

→ Autoimmunerkrankungen

Nicht zu empfehlen bei

→ Gastrointestinalen Störungen

→ Allergien gegenüber Korbblütlern

Kontraindikation

→ Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern

→ Schwangerschaft und Stillzeit

Quelle PharmaWiki-Einjähriger Beifuß-biologie-seite.de

Unkraut gehört auf die Speisekarte

Brennnesseln ist das ein Unkraut oder Lebensmittel?

Simone Hamdeen ist Umweltnaturwissenschaftlerin. Wie mein Kollege Frieder Monzer beschäftigt sie sich mit Unkraut im Garten und arbeitet für den Verein Rucksackschule.

Wir sollten Unkraut essen, statt es herauszureißen und als Abfall zu degradieren. Unkraut enthält mehr Vitalstoffe als manches Gemüse. Für viele Insekten und damit unseren Biohaushalt ist Unkraut sogar überlebenswichtig. 

Brennnessel 

Beginnen wir mit der Brennnessel, die möchte fast niemand im Garten haben. Obwohl sie eine fantastische Speisepflanze ausmacht und als Heilpflanze des Jahres 2022 ausgezeichnet wurde. Ihre getrockneten Blätter und Wurzeln wirken als Tee entgiftend; helfen bei Harnwegserkrankungen, Rheuma, Arthrose oder Erkältungen. Dank des frisch mundenden Geschmacks ihrer jungen Blätter gelangte sie aber auch in die obersten Ränge der Kochtopf-Hitliste; beispielsweise in Suppen. Die Brennnesselblätter enthalten Eiweiß, Vitamin A und C, Eisen, Kalzium, Magnesium und Kalium und Silicium. Die Samen enthalten Linolsäure, die essenzielle Fettsäure Omega-6-Fettsäure und Vitamin E.
Gegen das Brennen auf Haut und Schleimhäuten trocknet man lediglich ihre Blätter, oder rollt diese mit Wallholz aus.

Giersch 

«Den Giersch im Garten kriegt man nicht mehr los,» meinte mal ein Gärtner und setzte bald ein Pflanzenschutzmittel dagegen ein. Dabei erlebt jeder Mund Giersch als sehr knackig, und sowohl roh im Salat als auch gekocht als Spinatersatz schmeckt er köstlich. Legt man ihn 36 Stunden lang in Süssmost ein, erhält man einen erfrischenden Giersch-Most.
Inhaltsstoffe; sehr viel Eiweiss und extrem viel Vitamin C, ferner Karotin, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Kieselsäure.
Achtung, der Giersch hat giftige Doppelgänger, wie den Schierling, Hundspetersilie oder Hecken Kälberkopf. Sie erkennen den Giersch an seinem angenehmen Petersiliengeruch, den grünen dreikantigen Stängel und seine filigranen Wurzeln. 

Raue Gänsedistel 

Die Gänsedistel wächst auf Schuttplätzen, in Gärten und auf Äckern und gilt vor allem im Orient als Heilmittel. Der unverdünnte Milchsaft aus ihrem Stängel wird gegen Warzen eingesetzt. Der verdünnte Milchsaft findet äußerlich bei bei Hämorrhoiden, Entzündungen der Haut und Ausschlägen Anwendung.
Inhaltsstoff des Milchsaftes ist vor allem Kautschuk.
Sämtliche Pflanzenteile enthalten: Taraxasterol, Eisen, Vitamin C.
Aufgepasst; Stängel auswaschen, denn dessen Saft schmeckt bitter. Daraufhin kann die rohe Pflanze beispielsweise als Smoothie, oder die ganze Pflanze mitsamt Wurzeln gekocht, Verwendung finden. Die stachligen Blattränder sollten dabei unbedingt ausgelassen werden (nicht verwendbar).

Knoblauchsrauke 

Sie kommt häufig mit oder neben der Brennnessel vor. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, gegen Entzündungen und fördern die Verdauung. Sie behagt zwar milder als Bärlauch, kann aber ebenso wie diesen verwendet werden. Beim Kochen verliert sie ihre Schärfe. All ihre Teile sind essbar – inklusive der Wurzel vor der Blütezeit. Inhaltsstoffe: Ätherische Öle wie Knoblauchöl, Senfölglykoside, Saponine, Vitamine A und C.

Franzosenkraut 

Es wächst an Feldrändern, in Gärten und auf Äckern. Die feinen Blätter, Stiele, Blüten und Knospen verfügen über einen sehr milden Geschmack.
Ideal zu Salaten oder Wok-Gerichten. Als Kraut gekocht ersetzt es ideal den Spinat.
Franzosenkraut enthält viel Eisen und Eiweiss. Auch Kalzium, Magnesium, Vitamin A und C trägt es in sich.

Echten/ gemeine Nelkenwurz

Sie existiert im Halbschatten neben der Knoblauchsrauke, Gundelrebe oder Brennnessel. Als Tee zum Gurgeln hilft sie gegen Hals- und Zahnfleischentzündungen.
Ihre Wurzeln waschen, trocknen und zu Pulver mahlen. Das entstandene Pulver eignet sich zum Würzen von Rotkraut oder Glühwein.
Inhaltsstoff der Wurzeln: Eugenol.
Eugenol wirkt zudem sowohl schmerzstillend als auch entzündungshemmend, kann gegen Bakterien und Pilze Anwendung finden, wie beispielsweise den Hautflora-Pilz Candida albicans.
Inhaltsstoffe abgesehen vom Eugenol der Wurzel: Glykosid Gein (in Wurzel), ätherische Öle (in Wurzel), Bitterstoff (in Wurzel), Flavone (in Wurzel),
Gerbstoff (in Wurzel & Blättern), Gerbsäure (in Blättern).
Heilwirkung; adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, örtlich betäubend, schweisstreibend, tonisierend.
Im Frühling peppen auch ihre jungen Blätter Salate und Gemüsegerichte auf – mit leicht säuerlichem Geschmack aufgrund der Gerbsäure.

Gundelrebe 

Auf feuchten Wiesen, unter Hecken und Sträuchern findet sich die Gundelrebe. Der Tee aus ihr wirkt prima bei Stirnhöhlenentzündungen, dies aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schleimlösenden Effekte. In der Küche bereichert die Pflanze dank ihres würzigen Geschmacks wunderbar Suppen, Saucen und Salate oder dient vorzüglich als Süssmost-Gewürz.
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Karotin, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer und viel Kalium. 
Ferner enthält sie die Wirkstoffe; ätherische Öle, Bitterstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Harze, Wachse, Rosmarinsäure.

Arzneiwissen aus der Drogerie

Ingwer Wurzel, gut für das Wohlbefinden

Eine zertifizierte Drogistin hat mich angeregt, aus einem Artikel von ihrer Fachzeitschrift abzuschreiben und daraufhin textlich zu überarbeiten. Die Fachbegriffe erschlagen mich; dennoch, «warum nicht?» Zumal eine Drogerie eine prima Quelle für Heilmittel ausmacht.

Ob eine Drogerie wohl Arzneireisen anbieten könnte? Ein paar Angebote bestimmt; nehmen doch ihre Kunden natürliche Heilmittel gerne an. 

Schwarzer Holunder (Blüten) enthält Flavonoide und Triterpene, die anti-oxidativ wirken können. Er stärkt somit die Abwehrkräfte.

Die Scharfstoffe von Ingwer (z. B. Gingerole und Shogaole) fördern die Nährstoffaufnahme und sind prima für das Immunsystem.

Sanddorn besitzt außergewöhnliche Widerstandskraft, und seine leuchtend orangefarbenen Beeren enthalten reichlich Vitamin C.

Die Ashwagandhawurzel (Ashwagandha-Schlafbeere) ist aus der ayurvedischen Medizin bekannt und verhilft einzuschlafen.

Benzoflavon und zahlreiche weitere Flavonoide enthält die Passionsblume. Sie reduzieren Stress und Nervosität.

Ebenfalls in der Schwarznessel steckt Ballotenol, Flavonoide und den Bitterstoff Marrubiin, welches beruhigt und entspannt. 

Der Lavendel ist wohlbekannt durch ätherische Öle, die ebenfalls Stress mindern und Erschöpfunge lösen.

Silicium, welches in Ackerschachtelhalm und Bambus vorkommt, unterstützt die Haarbildung und trägt zu einer stabilen Haarstruktur bei. Der relativ hohe Anteil an Kieselsäure im Ackerschachtelhalm ermöglicht dies unter anderem. Anteil Bei innerlichen Anwendung kann das Schachtelhalmkraut bei leichten Harnwegsbeschwerden zu einer Erhöhung der Urinmenge beitragen. Dadurch eignet es sich zur Durchspülung der Harnwege, was eine unterstützende Behandlung von leichten Entzündungen sowie Nierengriess ermöglicht.

Im Granatapfel verstecken sich Polyphenole und Anthocyane, die dem Schutz vor oxidativem Stress und einer normalen Funktion von Haarfollikelzellen dienen.

Die Blätter der Roten Weinrebe enthalten zahlreiche Polyphenole und Flavonoide mit antioxidativen Eigenschaften, nützen ähnlich, wie der Granatapfel.

Rosenwurz zeichnet sich durch Rosavin aus und wirkt adaptogen. Damit stärkt er die körperliche und geistige Fitness. 

Der Sibirische Ginseng, auch bekannt als Taigawurzel oder Eleutherococcus hilft als  adaptogene Pflanze bei Kraftlosigkeit und Müdigkeit.

Schliesslich der Grüntee, mit seinen Pflanzenstoffen gilt er als der gesündeste Tee. Er rühmt sich mittels zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen; nämlich Vitamin A, Vitamin B, B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotine und Fluorid.
Ferner beinhaltet er auch neben Teein (Wachmacher & erhöht Blutdruck) Catechin (antioxidativ, daher auch ein Anti-aging und Hautschützend vor UV-Strahlung sowie Cholesterinspiegel senkend) und Theanin (kreativitätsfördernd, konzentrationssteigernd, dem Immunsystem zuträglich).

Einige der hier beschriebenen Heilpflanzen verfügen über weitere gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen. Doch wichtige Wirkungen sind hier aufgeführt.

Passionsblume
Lavendel
Ackerschachtelhalm
Bambus
Granatapfel
Ginseng
Grüntee-Garten